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Gefragt in VCDS von Frischling (4.6k Punkte)

Ich lese immer mal wieder in verschiedenen Foren etwas von CAN-Bus und K-Line. 

Was ist damit gemeint?

Gibt es da unterschiede?

Wie kann ich erkennen welches System in meinem Fahrzeug verbaut ist?

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1 Antwort

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Beantwortet von Frischling (6.3k Punkte)
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Beste Antwort
Bei K-Line und CAN-Bus handelt es sich um zwei unterschiedliche Netzwerkprotokolle zur Kommunikation zwischen Steuergeräten im Fahrzeug. 
Historisch gesehen ist der K-Line-Bus die ältere Art Steuergeräte miteinander zu vernetzen. Bis 2004 etwa, wurde auch in den meisten Fahrzeugen nur der K-Line Bus verbaut. Manchmal gab es auch mehrer K-Lines. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Verbindung namens L-Line oder W-Line bekannt. Dies waren Busse auf K-Line Technologie für bestimmte andere Funktionen (W-Leitung z.B. für die Kommunikation zwischen Wegfahrsperre und Motor-STG). Die Signale welche über die K-Line transportiert wurden, konnten noch mit einem recht simplen Pegelwandler von ihrem 0 bis +12V Pegel auf eine RS-232 Schnittstelle übersetzt werden. So waren Diagnoseadapter zu Beginn noch recht billig zu bauen. Solche Adapter die dann Daten von der K und L Leitung - welche bis an die Diagnosebuchse hinausgeführt wurden - lesen und hierauf auch schreiben konnten, wurden als KL-Interfaces verkauft. Unterstützten die Diagnosegeräte auch die doppelte K-Leitung so hießen sie KKL. Aus dieser Zeit stammt auch der Name des Diagnoseadapters, da hier die komplette Elektronik innerhalb des Gehäuses lediglich ein Signaladapter war. Später wurde den RS-232 Adaptern dann ein FTDI-Chip zwischengeschaltet, welcher das RS-232 Signal auf einen USB-Bus aufmodulierte und das Gerät an einem Rechner nicht mehr als COM-Port, sondern als virtuellen COM-Port (virtuell weil es eben kein echter RS-232 COM-Port war) erscheinen lies.
Mit Fahrzeugen der Golf 5 Generation wurde dann der CAN-Bus auch in VW Fahrzeugen eingeführt (Wenn ich mich recht entsinne gab es CAN bei GM/Opel schon vorher). Im Gegensatz zur K-Line, mussten für den CAN-Bus nun zwei Leitungen statt nur noch einer Leitung gelegt werden. Dies erhöht im ersten Ansatz zwar das Leitungsgewicht innerhalb des Fahrzeugs, ermöglichte aber auch eine erheblich schnellere Datenrate, da so ein differentielles Signal auf die CAN+ und CAN- Leitung aufgeprägt werden konnten. Elektromagnetische Störabstrahlung und Elektromagnetischer Störeinfang wurden so drastisch reduziert.
Während in einer Übergangszeit Fahrzeuge mit CAN und mit K-Line gebaut wurden, wurde die K-Line dann letzten Endes komplett verbannt (vielleicht kann ja jemand in einem Kommentar hinterlassen was das erste CAN-Only-Fahrzeug war).
Hier mit wurden dann allerdings auch noch intelligentere Diagnosegeräte notwendig, da der CAN Bus sich nicht so einfach auf einen computereigenes Bussystem übersetzen lief. Ein Microcontroller innerhalb des Diagnoseadapters wurde notwendig. Die Preise stiegen entsprechend.
2016 dann erweiterte die VW Gruppe dann den alten CAN Bus durch ein neues Adressierungsprotokoll was das verbauen von noch mehr Steuergeräten im Fahrzeug zulässt.
Bei heutigen Fahrzeugen werden auch noch andere Bus-Systeme zur Vernetzung der einzelnen Steuergeräte genutzt. Diese werden jedoch nicht zur Diagnosebuchse herausgeführt.
Es ist allerdings schon ein weiteres Diagnoseprotokoll standartisiert worden, welcher zur Buchse hinausgeführt wird. Dabei handelt es sich um einen Vierleiter-Ethernet-Bus. Dieser Standart ist auch unter dem Namen Diagnostics-over-Internet-Protocoll oder kurz DoIP bekannt. Die Normreferenz hierzu ist ISO-Norm 13400-2. Die hierauf mögliche Datenrate liegt bei 100Mbit/s und übersteigt damit den CAN-Bus um Faktor 200.
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